Aktuelle Information

Stunde der Gartenvögel 2022: Spatz und Amsel fliegen allen davon

Nistkästen in jedem zweiten Garten – weniger Vögel pro Garten – höhere Artenvielfalt in strukturreichen Gärten

Hilpoltstein, 31.05.22 – Knapp 11.400 naturbegeisterte Menschen haben in Bayern an der „Stunde der Gartenvögel“ vom 13. bis 15. Mai teilgenommen. Im Rahmen der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU wurden in über 8.300 Gärten und Parks fast 239.000 Vögel gezählt und dem LBV gemeldet. Mit dem schönen Wetter am Zählwochenende und den weggefallenen Corona-Einschränkungen der beiden vergangenen Jahre, ist die Zahl der Teilnehmenden in Bayern dieses Jahr wieder auf das Niveau von 2019 gerutscht. „Wir freuen uns über jede und jeden, der an der Zählaktion teilgenommen und damit wichtige Daten zur Vogelvielfalt in unseren Gärten geliefert hat“, so die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Besonders die Teilnahme von Schulen und Seniorenheimen an der Stunde der Gartenvögel freut die Naturschützenden: „Die Vermittlung von Artenkenntnis und die pure Freude am Vogelbeobachten sind zwei Kernelemente, die der LBV mit der Mitmachaktion weitergeben will“, so Angelika Nelson. Leider sinken die Zahl und Vielfalt der Vögel im Freistaat weiterhin. Mit durchschnittlich etwas mehr als 28 Vögeln pro Garten wurden dieses Jahr rund zwei Vögel weniger als die letzten Jahre gemeldet. Landkreisgenaue Ergebnisse gibt es unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de

 

Gewinner und Verlierer in den Top Ten

Der Haussperling (1.) ist auch in diesem Jahr wieder mit knapp fünf Vögeln pro Garten der am häufigsten beobachtete Gartenvogel in Bayern. Das verwundert nicht, da er gerne im Schwarm vorkommt. Wie im vorigen Jahr wurde der Spatz wieder in fast 70 Prozent der Gärten beobachtet. Die Amsel (2.) kommt im Vergleich zwar nur mit etwas mehr als 3 Individuen pro Garten vor, ist aber der am weitesten verbreitete Vogel im Siedlungsraum und wurde in über 93 Prozent der Gärten gesehen. Im zweiten Jahr in Folge verdrängt der Star (3.) den Feldsperling (4.) aus den Top Drei. Die Kohlmeise fliegt auf Platz fünf. Die Blaumeise ist zwar beständig auf Rang 6, allerdings immer noch mit weniger als zwei Individuen pro Garten. Vor fünf Jahren noch beherbergte jeder bayerische Garten im Schnitt ein Blaumeisen-Paar. Seit dem Bestandseinbruch aufgrund des bakteriellen Erregers Suttonella ornithocola im Frühjahr 2020 ist der kleine Akrobat in unseren Gärten seltener geworden.

 

Auf die Elster (7.) folgt der Mauersegler (8.). Die wendigen Flugkünstler kamen dieses Jahr später aus ihren Überwinterungsgebieten zurück und waren während der Zählung noch mitten in der Balz und daher öfter am Himmel zu sehen. Ihre lauten „srii-srii“-Rufe fielen auf und sie wurden vor allem in den Städten häufiger gemeldet. Die Mehlschwalbe (9.) hält sich auf niedrigem Niveau, mit im Schnitt weniger als einem Vogel pro Garten. Zu Beginn der Zählaktion vor 16 Jahren waren es noch doppelt so viele Mehlschwalben. Der Grünfink landet auf Platz 10 und schließt damit die Top Ten. Sein Bestand nimmt bereits seit dem Jahr 2014 kontinuierlich ab. Ausschlaggebend dafür war eine durch den Einzeller Trichomonaden verursachte Krankheit, die dem leuchtend grün-gelben Finkenvogel noch immer zusetzt.

 

Regionale Unterschiede

Bayernweit haben die Teilnehmer*innen etwas mehr als 28 Vögeln pro Garten gesehen und damit deutlicher weniger als das langjährige Mittel von 32. Die meisten Vögel pro Garten wurden in Niederbayern (34,6) gefolgt von der Oberpfalz (31,2) und Oberfranken (30,6) gemeldet. In Oberbayern sahen die Teilnehmenden mit 25,8 am wenigsten Vögel pro Garten. Mittelfranken (28,5), Schwaben und Unterfranken (beide 29,4) reihen sich dazwischen ein.

In der Stadt Coburg (Oberfranken) sowie in der Stadt Schweinfurt (Unterfranken) und im Landkreis Berchtesgadener Land (Oberbayern) ist die Amsel in jedem Garten zu Hause.

Der Haussperling ist mit einer Sichtung in neun von zehn Gärten im Landkreis Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim (Mittelfranken) am Weitetesten verbreitet. Im Gegensatz dazu wird der Spatz in der Stadt München und dem Landkreis München (Oberbayern) noch immer nur in 22 beziehungsweise 38 Prozent der Gärten beobachtet. Die geringsten Zahlen in ganz Bayern.

Ein weiterer Gebäudebrüter, der Mauersegler, wurde bayernweit vermehrt gemeldet. Sine Balzrufe fielen besonders in den Städten auf. In der Stadt Schweinfurt und Stadt Aschaffenburg (beide Unterfranken) wurde er an 50 beziehungsweise 41 Prozent der Zählorte beobachtet. Auch in Städten in Mittelfranken (Ansbach, Erlangen, Nürnberg) und im südlichen Oberbayern (München) und Schwaben (Memmingen, Kaufbeuren) wurde er an fast jedem dritten Zählort gesichtet.

 

Detaillierte Ergebnisse sind auf Bezirks- und Landkreisebene unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Wer Lust bekommen hat, weiter zu zählen, kann vom 03. bis 12. Juni an der Citizen-Science-Aktion „Insektensommer“ von LBV und NABU teilnehmen. Die nächste Zählung der Vögel im Garten, die „Stunde der Wintervögel“, steht vom 06. bis 08. Januar 2023 an.

Natürlich Kunst!

LBV-Ausstellung in Memmingen in der "Neuen Welt"

Unter der Leitung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) fand im Jahr 2021 das Bildungsprojekt „Natürlich Kunst!“ in Memmingen statt. Das Projekt wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz im Rahmen der Intensivierung der Umweltbildung in Bayern gefördert. Der LBV Schwaben ist 2021 wieder auf Grund seines Engagements in der Umweltbildungsarbeit mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern vom Staatsministerium ausgezeichnet worden. 

 

Im Rahmen dieses Projektes fanden auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau Memmingen, im Stadtpark Neue Welt, zunächst drei Workshops für Multiplikatoren aus der Bildungsarbeit statt. Teilnehmer*innen waren Lehrkräfte, Erzieherinnen und Leiter*innen von Kinder- und Jugendgruppen aus dem Allgäu und den angrenzenden Bezirken.

 

In drei Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit den Lebensräumen Wasser und Wiese. Unter Anleitung beobachteten die Teilnehmer*innen Arten und Ökosystem-Zusammenhänge.

Diese Erfahrungen aus der Beobachtung und Diskussion wurden dann künstlerisch in den Workshops umgesetzt. Angeleitet wurden die Naturbeobachtungen von Biologin Monika Schirutschke (LBV Bildungsreferentin Schwaben). Der künstlerische Teil wurde durch Monica Ostermeier (Diplom Grafikerin und freie Künstlerin) und Barbara Brutscher (Grundschulpädagogin, wiss. Ass. UNI Regensburg (Lehrerausbildung Kunst & Umwelt)) betreut.

 

Die Teilnehmer*innen haben im Anschuss die Workshopinhalte mit Kindern und Jugendlichen umgesetzt. Ein Teil der Arbeiten aus den Workshops und ein Teil der Kunstwerke der Kinder und Jugendlichen wurden nun auf Textilbanner gedruckt und zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefasst. Es ist ein Geflecht aus Lebewesen - verschiedene Tiere (Textilbanner) und echte Bäume - entstanden, die zusammen ein Netzwerk in der Natur darstellen. Begeben sich Besucher auf den Holzsteg entlang des Memminger Stadtbachs sind sie zugleich Teil des Netzwerkes und Betrachter*innen.

 

Die Kunstwerke, die nun gezeigt werden, sind von Schüler*innnen der Notker-Schule Memmingen, der Sebastian Kneipp Mittelschule Bad Grönenbach und von Lehrkräften und Erzieher*innen erstellt worden. 

Einen aktuellen Presseartikel zum Projekt aus der Memminger Zeitung vom 7. April 2022 finden Sie hier:

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Neue LBV-Broschüre "Unter den Schwingen des Steinadlers" ist da!

Jetzt auch digital verfügbar

In der Broschüre erhalten Sie Informationen und Tipps rund um das LBV Steinadlerprojekt und das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen. Sie ist wie bisher in unserer LBV-Adler-Hütte im Hintersteiner Tal ab dem Frühjahr erhältlich und und auch hier online  verfügbar.

 

Die „Wanderung ins Reich des Steinadlers“ wird wieder zwischen dem 28. Mai und 01. Oktober 2022 im Hintersteiner Tal angeboten.

 

Informationen zur Anmeldung: https://schwaben.lbv.de/lernen-erleben/exkursionen-vortr%C3%A4ge/im-reich-des-steinadlers/ 

 

Weitere Informationen zum Steinadler gibt es auch hier.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                            

LBV-Engagement- Preis an zwei schwäbische Ehrenamtliche verliehen

Der LBV- Engagementpreis und der LBV-Nachwuchs-Engagementpreis wird jedes Jahr auf der LBV- Delegiertenversammlung an jeweils eine Person pro Regierungsbezirk vergeben, die sich besonders für den LBV und Naturschutz eingesetzt hat.

 

Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung in Amberg wurde Leon Wischenbarth aus dem Landkreis Neu-Ulm der Nachwuchs-Engagementpreis verliehen. Mit seinen zahlreichen Naturbeobachtungen begeisterte er nicht nur die Kreisgruppe Neu-Ulm, sondern auch das Publikum bei der Preisverleihung. So hat der heute 15-jährige bereits vor zwei Jahren den ersten Rotlappenkiebitz im Landkreis nicht nur gesichtet, sondern auch direkt fotografiert. Aber auch einen Steinadler konnte er bereits im Landkreis entdecken. Doch nicht nur die Vögel in der Luft haben es ihm angetan, auch mit Federn kennt er sich hervorragend aus und so kommt es tatsächlich häufiger vor, dass ihn Menschen aus ganz Deutschland auf der Online-Plattform „Ornitho“ nach der Identifikation einzelner gefundener Federn fragen.

v.l.: LBV-Voristzender Dr. Norbert Schäffer, Leon Wischenbarth,

Ehrenamtsbeauftragte Anke Brüchert und Sophia Müller

Der LBV-Engagementpreis ging an den Augsburger Bernd Achtnicht. Er engagiert sich sehr vielseitig in der Kreisgruppe Augsburg: Er kümmert sich schon seit Jahren um die Homepage der Kreisgruppe Augsburg und layoutet jedes Jahr das beeindruckende Jahresheft, das locker über 40 Seiten umfasst. Er kümmert sich in der Wasseramsel - AG regelmäßig und zuverlässig um die Wasseramsel-Nistkästen im Augsburger Stadtgebiet, oft bei abenteuerlichen Einsätzen mit Wathosen und Leiter. Und hier setzt er auch schon länger eine der Errungenschaften ein, die selbst in der Kreisgruppe Augsburg eingeführt hat: Die Nistpaten-App. Bernd Achtnicht hat diese App in Zusammenarbeit mit Christoph Brücker vom NABU Baden-Württemberg erfolgreich auf das Augsburger Gebiet übertragen und als eine der Ersten in Bayern eingeführt. Er schulte andere Aktive in der Nutzung und kümmerte sich um die technische Umsetzung. Der Preis wird Bernd Achtnicht von der Keisgruppe übergeben, da er an der Delegiertenversammlung nicht teilnehmen konnte.

 

 

Wir gratulieren den schwäbischen Preisträgern ganz herzlich und danken für ihren Einsatz für den Naturschutz!

Glückswege Allgäu sind online - mit dabei: die LBV-Glücksbringer-Tour

Alle 14 Glückswege im Allgäu, die vom Landratsamt Unterallgäu beworben werden, sind jetzt sowohl online als auch über eine Übersichtskarte und ein Serviceheft auf einen Blick verfügbar. Darunter befindet sich auch die LBV-Glücksbringer-Tour, die im September 2020 schon offiziell eröffnet wurde (siehe Archiv). Bei der ca. 40 km langen Radtour auf den Spuren des Weißstorches, der auch als Glücksbringer gilt, können verschiedene Aspekte eines Storchlebens an 4 interaktiven Stationen erkundet werden. Der Radweg ist ein Rundtour zwischen den Gemeinden Pfaffenhausen, Tussenhausen und Kirchheim.

Die Informationen zu allen Glückswegen finden Sie unter

 www.glueckswege-allgaeu.de .

Dort sind auch das Serviceheft und die Übersichtskarten kostenlos  verfügbar.

 

Viel Freude beim Entdecken!

„Naturschwärmer“:                                                                                                Raus in die Natur und die Welt ein bisschen besser machen

LBV-Familienprojekt bietet online Mitmachaktionen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen

Gemeinschaftsaktionen, Gruppentreffen oder Veranstaltungen rund um den Naturschutz sind zurzeit nur eingeschränkt möglich. Deswegen startet der LBV das digitale Umweltbildungsprojekt „Naturschwärmer“. Familien erhalten online auf einer neuen Plattform ein großes Angebot an Informationen, Tipps und Mitmachaktionen zu bestimmten Nachhaltigkeitsthemen. Jeden Monat gibt es neue Ideen zu einem Thema, wie zum Beispiel Fledermäuse, Garten, Müllvermeidung oder Klimagerechtigkeit. Mit der Auswahl der Monatsschwerpunkte möchte der LBV Interessierte dabei unterstützen, Natur und Umwelt vor der eigenen Haustür zu entdecken und sich darüber auszutauschen, wie jeder Einzelne die Welt ein bisschen besser machen kann.

 

 

Um auf dem Laufenden zu bleiben, können interessierte Familien auf www.naturschwaermer.lbv.de einen Newsletter abonnieren. Dieser liefert alle zwei Wochen Natur- und Nachhaltigkeits-Tipps für die ganze Familie, Veranstaltungshinweise und Neuigkeiten aus dem Projekt direkt ins eigene Zuhause. Für die Generation 60+ gibt es eine Newslettervariante im Monatsrhythmus. Schwerpunkt bildet dabei die Naturbeobachtung vor der eigenen Haustür, immer passend zum Monatsthema. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.

Biodiversitätsprojekte in Schwaben

Artenhilfsprogramm für den Schwarzstorch im Allgäu

Flügge Jungstörche
Flügge Jungstörche

Das Artenhilfsprogramm Schwarzstorchschutz im Allgäu wird seit mehreren Jahren durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.), Bezirksgeschäftsstelle Schwaben, ausgeführt. 

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Oktober 2020 

Wir sind Träger des Siegels Umweltbildung.Bayern

Für unsere zahlreichen Umweltbildungsprojekte sind wir mit dem Siegel Umweltbildung.Bayern ausgezeichnet worden. Wenn Wie eine Umweltbildungsveranstaltung bei uns buchen oder weitere Infos zu unseren Angeboten möchten, dann bitte hier weiterlesen


Aktuelle News aus dem Naturschutz

lbv-news.jimdofree.com Blog Feed

Info-Hotline: Das LBV-Naturtelefon (Mo, 28 Jun 2021)
Blumenwiese (Thomas Staab) Blumenwiese (Thomas Staab) Sie haben Fragen rund um die Natur in und außerhalb Ihres Gartens? Unser LBV-Naturtelefon steht Ihnen Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung unter 0 91 74 / 47 75 - 5000
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Der LBV vor Ort in Bayerns Regionen

Wir sind flächendeckend in Bayern für den Naturschutz aktiv.

 

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