Artenhilfsprogramm Kiesbrüter im Oberallgäu

Kiesbrüterschutz an der Oberen Iller und an ihren Zu- und Nebenflüssen


Im Rahmen des Artenhilfsprogrammes (AHP) Kiesbrüter  erfasst der LBV in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) die bayernweiten Populationen von Flussuferläufer und Flussregenpfeifer an den letzten bayerischen Wildflussresten. Für deren Schutz werden die artenschutzrelevanten Brutbereiche gekennzeichnet. Die Erfassung und Betreuung der beiden Arten wird im südlichen Oberallgäu durch die LBV-Gebietsbetreuung koordiniert und zusammen mit einem Team aus Ehrenamtlichen umgesetzt.

 

Ansprechpartnerin AHP Kiesbrüter Oberallgäu:
LBV-Gebietsbetreuerin
Tanja König
Email: tanja.koenig@lbv.de, mobil: 01712619208


Die Gebietskulisse des Kiesbrüterschutzes im Oberallgäu umfasst die Obere Iller bis auf Höhe von Martinszell, deren Zuflüsse Ostrach, Trettach, Stillach und Breitach, sowie die Bolgenach bei Balderschwang und die Schönberger Aach im Rohrmoos.
Flussuferläufer  und Flussregenpfeifer  sind hochspezialisierte Arten, die zur Brut und Jungenaufzucht auf naturnahe, offene Kiesinseln und Kiesbänke der Wildflüsse angewiesen sind.

Artenportrait Flussuferläufer
Artenportrait Flussregenpfeifer

Durch die weitgehend vollständige Kanalisierung und Verbauung unserer Fließgewässer wurde der Großteil ihres ehemaligen Lebensraumes zerstört, so dass ihr Bestand heute akut gefährdet ist. Mit nur ungefähr 100 Brutpaaren ist der Flussuferläufer bayernweit sogar vom Aussterben bedroht. Gerade für den Flussuferläufer stellt die Obere Iller mit ihren Zu- und Nebenflüssen eines der letzten Bayerischen Refugien dar. Der Schutz dieser Lebensräume ist für das Überleben dieser Art daher von essenzieller Bedeutung.
Gerade die offenen Kiesinseln und Kiesbänke der Wildflüsse sind jedoch auch Strukturen, die bei erholungssuchenden Menschen sehr beliebt sind, was häufig unabsichtlich zu einer Gefährdung dieser am Boden brütenden Vogelarten führen kann. Annäherungen von Menschen und Hunden lösen bei den störungsempfindlichen Kiesbrütern Fluchtreaktionen aus. Das kann dazu führen, dass die Vögel ihre Brut abbrechen oder gar nicht erst anfangen zu brüten. Zudem besteht die Gefahr, dass die frisch geschlüpften Küken in Folge von Störungen erfrieren oder Fressfeinden zum Opfer fallen. Da sich die Brutplätze direkt am Boden befinden, besteht auch das Risiko, dass Gelege unabsichtlich zertreten werden. Die Eier sehen aus wie Flusskiesel und sind somit auf der Kiesbank perfekt getarnt.
Um eine erfolgreiche Brut und Kükenaufzucht zu gewährleisten sind der Flussuferläufer und der Flussregenpfeifer dringend auf ungestörte Kiesbereiche angewiesen.
Daher ist es wichtig, die im Gelände gekennzeichneten Bereiche während der Brutzeit, vom 15.03. bis zum 10.08. nicht zu betreten und auch Hunde von diesen Bereichen fernzuhalten.